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Thema: Rücken

Das Volksleiden Nummer Eins

80 Prozent aller Deutschen leiden an Rückenschmerzen

Mangelnde Bewegung jedoch führt in vielen Fällen zu unangenehmen Rückenschmerzen. | Foto: MT-Archiv

Schwimmen und Walking sind Sportarten, die den Rücken schonen – anders als beispielsweise Joggen oder Tennis. Bewegungsmangel wiederum ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen im Rücken. Wer mit Hexenschuss & Co. nichts zu tun haben möchte, braucht Bewegung.

Doch Vorsicht: Viele Sportler unterschätzen die Gefahr von Überbelastung. Beson-ders der Rücken erweist sich immer wieder als sehr schmerzanfällig bei einseitigen Bewegungen. "Viele untrainierte Sportler schaden ihrem Rücken und ihren Gelenken extrem, wenn sie es mit der Intensität der ersten Trainingseinheiten übertreiben", warnt Orthopäde Dr. Reinhard Schneiderhan.

Dabei gibt es zahlreiche Sportarten, die im Frühling viel Spaß machen und das Rückgrat sogar stärken: Beim Radfahren in aufrechter Sitzhaltung lastet das Gewicht des Körpers auf dem Sattel und dem Lenker, sodass der Rücken geschont bleibt. Walking, das schnelle Gehen, empfiehlt sich wiederum auch für ungeübte Menschen mit Rückenleiden. Bei dieser Sportart trainieren Aktive viele Muskelpartien, ohne die Wirbelsäulengelenke durch starke Stöße in Mitleidenschaft zu ziehen.

Beim Nordic Walking trainiert man gleich noch den Aufbau der Arm-, Brust- und Schultermuskulatur mit. Auch die Trendsportart Inlineskaten verdient die Bezeichnung rückenfreundlich, da der Rumpf während der Rollbewegungen kaum unter Belastung steht. "Gefahren für den Rücken lauern hingegen bei Ballsportarten", sagt Dr. Reinhard Schneiderhan. Dazu gehören unter anderem Fußball, Tennis oder Badminton. Bei diesen Spielen stoppen die Akteure oftmals aus der Bewegung heraus abrupt ab, was die Wirbelsäule stark belastet.

Alles, was im Wasser stattfindet, eignet sich dagegen besonders für Menschen mit Rückenproblemen. Wasserball, Tauchen und Schwimmen stärken Muskeln, ohne Gelenke zu belasten. Von Sportarten auf dem Wasser wie Segeln, Surfen, Rafting oder Rudern lassen Menschen mit Rückenschmerzen aber am besten die Finger, sie fördern meist die Entstehung sogenannter muskulärer Dysbalancen.

Muskeln bilden sich hier nur auf einer Seite der Wirbelsäule aus, was zu Fehlbelastungen führt. Das beliebte Joggen kann sich kontraproduktiv auf die Bandscheiben auswirken. Besonders untrainierte Sportler verfügen noch nicht über die nötige Muskelmasse, um die vielen Stöße beim Laufen abzumildern.Sport ohne richtige Vorbereitung kann einen Bandscheibenvorfall verursachen

Für viele Menschen ist die Urlaubszeit ein Anlass, sich nicht nur in der Sonne zu bräunen, sondern nachzuholen, was sie im Alltag nicht schaffen und Sport zu treiben. Gut so, schließlich tut Bewegung dem Körper gut, oder? "Für den Rücken gilt dieses Motto nur bedingt", klärt Dr. med. Schneiderhan auf. "Einige Sportarten schonen die Wirbelsäule nur, wenn sie im Vorfeld gestärkt wurde. Manche eignen sich bei Rückenproblemen überhaupt nicht", weiß der Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist.

Treiben Untrainierte plötzlich viel Sport, droht im schlimmsten Fall ein Bandscheibenvorfall. Aktive fangen am besten schon lange vor der Abreise zum Ferienort mit Muskelaufbau an. Ob durch spezielle Gymnastik, Übungen im Fitnessstudio oder durch regelmäßiges Schwimmen - alle Trainingsarten weisen gute Ergebnisse auf. Trendsport wie Wasserski, Windsurfen oder Reiten bedürfen dagegen besonderer Aufmerksamkeit.

"Beim Wasserskifahren ebenso wie beim Skilaufen im Winter führt die unnatürliche Haltung zu Überbelastungen an der Wirbelsäule. Dem wirkt eine gut ausgebildete Rumpf- und Bauchmuskulatur entgegen", rät der renommierte Arzt. Auch fürs Reiten, dem häufig eine besonders rückenstärkende Funktion nachgesagt wird, gilt das nur Trainierte sich auf die Rösser schwingen sollten.

Von einigen Sportarten rät Dr. Schneiderhan sogar gänzlich ab. Bei Tennis, Squash und Badminton stauchen die Stopp- und Drehbewegungen im Spiel das Rückgrat erheblich. Sie können schon nach wenigen Malen zu Überbelastungen führen.

Auch intensives Rudern bietet sich als Sommeraktivität nicht unbedingt an. Hier wirken sich die beständige Sitzposition und die hohe mechanische Belastung der Lendenwirbelsäule, die durch die Beugung des Oberkörpers entsteht, negativ aus. Alle Wirbel federn diese Bewegungen ab, sie werden dadurch überbelastet. "Selbst Hochleistungsathleten, die eine gut ausgeprägte Muskulatur besitzen, müssen zum Teil Trainingspausen einlegen", unterstreicht der erfahrene Arzt.

Mangelnde Bewegung jedoch führt in vielen Fällen zu unangenehmen Rückenschmerzen. Hier bieten sich sportliche Aktivitäten im Urlaub an, um die eigenen Wirbel zu stärken. Rückenschwimmen, Tauchen und Aquafitness bereiten im Sommer nicht nur besonders viel Freude, sie kräftigen auch die Muskeln am Rückgrat."Wasser weist eine tausendmal höhere Dichte als Luft auf. Daraus entsteht ein Auftrieb, der dafür sorgt, dass Schwimmer im Wasser nur ein Siebtel so schwer sind wie an Land - das schont Gelenke und Rücken", weiß Dr. Schneiderhan. Im Wasser führt der große Widerstand zu einem erhöhten Körpereinsatz. So bauen sich Muskeln gut auf.

Zusätzliches Plus: Durch die verlangsamten Bewegungen sinkt das Verletzungsrisiko. Ebenso bei der Urlaubssportart Nummer eins: Beach-Volleyball. Bei jedem Sprung federt der weiche Sand die empfindlichen Wirbel gut ab. Beim Pritschen, Baggern und Schmettern arbeiten außerdem fast alle Muskeln. Jede Runde fördert so Kondition, Ausdauer und Kraft.

Pünktlich zum Fußballjahr und Sonnenschein treibt es viele Fans raus aufs Spielfeld. Weiter so, denn Kicken tut dem Rücken gut. Fußball schont die Wirbelsäule durch den steten Wechsel zwischen Be- und Entlastung beim Laufen, Gehen und Stehen. Absolutes Muss vor dem Spiel ist richtiges Aufwärmen und eine gute Portion Vorsicht, schließlich passieren die meisten Sportverletzungen im Zweikampf.

Regeln für rückenfreundlichen Sport im Überblick:


  • Ja zu Sportarten mit gerader Wirbelsäule, wie Joggen oder Schwimmen.
  • Nein zu Bewegungen mit besonders vielen Stopp- und Drehaktionen.
  • Gute Vorbereitung als bester Schutz vor Verspannungen der Wirbelsäule.
  • Abwechslungsreiche Aktivitäten, die zwischen Laufen, Gehen und Sitzen variieren.
  • Nicht übertreiben.

Quelle: openpr.de





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